30.10.2007 - Konzept der Landesregierung zur Schulentwicklung
Schlagwort: Schulentwicklung
Johannes Müller: Landesregierung bringt endlich Bewegung in die Schulentwicklung! / Konzept greift nicht weit genug! / VBE fordert mittleren Bildungsabschluss für alle Schüler

„Heute ist mit der Ankündigung von Bildungsministerin Ahnen, künftig ein zweigliedriges Schulsystem einzuführen und dabei Haupt- und Realschulen unter dem Dach einer Realschule plus zusammenzulegen, ein wichtiges schulpolitisches Datum in Rheinland-Pfalz. Endlich stellt die Landesregierung die Weichen für eine zukunftsorientierte Schulentwicklung und schafft zugleich neue Perspektiven für Hauptschulen und Realschulen – mit einer ergänzenden Fachoberschule auch über den mittleren Bildungsabschluss hinaus.

Allerdings greift die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulbildungsgang zu der neuen Kooperativen Realschule bzw. in der bereits bestehenden Regionalen Schule  - beides unter dem Dach der Realschule plus - nicht weit genug. Bei dieser Konversion müsste vielmehr ein neues inhaltliches Konzept entstehen, das die traditionellen Bildungsgänge endlich überwindet. Eine folgerichtige Weiterentwicklung des bestehenden schulischen Abschluss-Systems wäre der Verzicht auf den Hauptschulabschluss und die Einführung des mittleren Bildungsabschlusses für alle Schülerinnen und Schüler. Der Hauptschulabschluss bietet immer weniger Ausbildungs- bzw. Berufschancen. Daran ändert auch das neue Konzept der Landesregierung nichts!“

Der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Rheinland-Pfalz, Johannes Müller nahm am Dienstag (30.10.07) in Mainz Stellung zur Pressekonferenz von Bildungsministerin Doris Ahnen vom gleichen Tage, in dem sie das Konzept der Landesregierung zur Fortentwicklung des rheinland-pfälzischen Schulsystems vorstellte. Dieses Konzept sieht u.a. eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule in einer Realschule plus  im Rahmen eines zweigliedrigen Schulsystems vor, das ansonsten noch das Gymnasium und die Integrierte Gesamtschule als „zweite Säule“ umfasst.

Johannes Müller: „Der VBE hat seit langer Zeit auf die Folgen der demografischen Entwicklung für die Schulen, vor allem aber für die Bildungs- und Berufschancen der Schülerinnen und Schüler hingewiesen und neue schulstrukturelle Lösungen gefordert.“ Dabei gehe es aber ausdrücklich nicht um eine Abschaffung der Hauptschule, sondern um eine Überführung der Hauptschule in eine neue Schulart mit einem neuen pädagogischen Konzept. Der VBE-Landeschef: „Das bietet auch den Lehrerinnen und Lehrern an den Hauptschulen neue berufliche Perspektiven und macht deren spezifische pädagogische Kompetenzen über traditionelle Schul-Grenzen hinweg fruchtbar!“

Nach dieser wichtigen schulstrukturellen Weichenstellung gehe es nun um die inhaltliche Ausgestaltung der Realschule plus, so der VBE-Landesvorsitzende. Hierfür eigne sich das vom VBE entwickelte Schulmodell einer differenzierten Sekundarschule, das die traditionellen Bildungsgänge – in denen die klassische Dreigliedrigkeit weiterlebe – überwinde.

Schlagwortsuche innerhalb der Pressedienste