16.08.2010 - VBE: Unterrichtsversorgung bleibt das schulpoltische Problemkind Nr. 1
Schlagwort: Schulentwicklung
Johannes Müller: Unterrichtsversorgung bleibt das schulpoltische Problemkind Nr. 1 / Schulbuchausleihe muss besser werden, damit sie gut sein kann / VBE: Hierarchie unter den Lehrern endlich abbauen

Auch im neuen Schuljahr 2010/2011 sind die Klassen an den rheinland-pfälzischen Schulen viel zu groß, um die von der Landesregierung gewollte individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler umsetzen zu können. Das gilt für alle Schularten, von der Einschulung bis zum Abitur. Vor diesem Hintergrund bleibt auch im neuen Schuljahr die Unterrichtsversorgung das schulpolitische Problemkind Nr. 1!

An allen weiterführenden Schulen sollte eine maximale Klassengröße von 25 Schülern gelten. An Grundschulen sollte aufgrund der wachsenden sozialen Heterogenität die Grenze bei 20 Schülerinnen und Schülern liegen. Deshalb müssen alle durch den Schülerrückgang rein rechnerisch frei werdenden Ressourcen an den Schulen gehalten werden.“

Der Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft VBE, Johannes Müller, äußerte sich am Montag (16. August 2010) anlässlich der Pressekonferenz von Bildungsministerin Doris Ahnen zum Start des neuen Schuljahres 2010/2011 zu den aktuellen Fragen der Schulentwicklung in Rheinland-Pfalz.

Johannes Müller: „Die rheinland-pfälzische Landesregierung ist mit ihrer Schulstrukturreform im Prinzip auf dem richtigen Weg. Das zeigt auch die vergleichsweise hohe Akzeptanz bei den Eltern und in der Wirtschaft. Aber natürlich gibt es auch Mängel. Der VBE wird sich mit Nachdruck für die Verbesserung schulpolitischen und pädagogischen Rahmenbedingungen einsetzen. So kämpft der VBE für die zusätzliche Einstellung von 500 Lehrkräften, um die Ziele der Schulstrukturreform und die Unterrichtsversorgung zuverlässig sichern zu können.“

Unter Hinweis auf den Start der Schulbuchausleihe verwies der VBE-Landeschef auf zahlreiche „Reibungsverluste“ und organisatorische Schwierigkeiten, die dem VBE bekannt worden seien. So müssten die Schulen vielerorts eingreifen, „damit es funktioniert.  Das System der Schulbuchausleihe muss deshalb besser werden, damit es gut sein kann.“

Zum Schuljahresbeginn unterstrich der VBE-Landesvorsitzende erneut, wie wichtig dem VBE die soziale Gleichstellung der Lehrer unterschiedlicher Schularten sei. „Die Formel Kleine Kinder – kurze Ausbildung - knappes Gehalt  stammt aus vordemokratischen Zeiten. Dadurch wird heute noch eine Hierarchie stabilisiert, die dem Sozialstaat unangemessen ist. Die bevorstehende Landtagswahl im nächsten Frühjahr wird für uns zum Prüfstein für die Durchsetzung der Gleichstellung der Lehrer!“

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